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Eine absolvierte Lehre in Deutschland bildet ein solides Fundament für den beruflichen Werdegang. Auch Ausländer interessieren sich für eine Ausbildung hierzulande. Denn die Qualität des theoretischen sowie praktischen Unterrichts ist weltweit anerkannt. Mit einer deutschen Lehre im Gepäck ist der Anschluss auf dem Arbeitsmarkt in vielen Ländern so gut wie sicher. Einige Punkte sind jedoch vor Antritt zu beachten.

Der erste Schritt: die rechtlichen Vorschriften

Wer als Ausländer eine Ausbildungsstelle in Deutschland antreten möchte, braucht in der Regel ein Visum. Es sei denn, er ist ein EU-Ausländer oder Bürger der Schweiz, Liechtensteins, Islands oder Norwegens. Zudem muss ein Lehrplatz vorgewiesen werden können, auf den sich kein Deutscher oder EU-Bürger beworben hat oder für den letztgenannte nicht gefunden werden konnten. Dieser Vorgang wird auch als Vorrangprüfung bezeichnet. Den entsprechenden notwendigen Nachweis stellt die Bundesarbeitsagentur aus. Es gibt jedoch auch Ausbildungsberufe, für die keine Vorrangprüfung stattfindet, wie zum Beispiel für jene im Handwerk.

Welche Schulabschlüsse in Deutschland üblich sind

In Deutschland sind folgende drei Abschlüsse anerkannt:

  1. Haupt- oder Mittelschulabschluss
  2. Mittlerer Bildungsabschluss (umgangssprachlich auch: Mittlere Reife)
  3. Hochschulreife (Abitur)

Daneben existieren Mischformen, die weniger gängig sind.

Um das jeweilige schulische Bildungsniveau beurteilen zu können, wird der ausländische Abschluss einem deutschen gleichgestellt. Voraussetzung dafür ist, dass die Level in etwa gleich sind, also keine großen Unterschiede bei den Lehrinhalten bestehen. Nachstehend werden die drei üblichen Schulabschlüsse genauer vorgestellt.

Der Hauptschulabschluss

Das deutsche Schulsystem sieht hier neun aufsteigende Schuljahre vor. Die Lehrinhalte bilden dabei unterschiedliche Fächer, die erfolgreich absolviert werden müssen. Diese sind in der Regel:

  • die Muttersprache
  • eine Fremdsprache
  • Mathematik
  • ein naturwissenschaftliches Fach (zum Beispiel Physik, Chemie, Biologie)
  • ein sozialkundliches Fach (zum Beispiel Geschichte, Politik)
  • Musik, Kunst und Sport

Wurde ein Fach nicht bestanden oder wurden keine neun Schuljahre abgeschlossen, kann durch den zusätzlichen Nachweis einer Berufsausbildung die schulische Leistung anerkannt werden.

Der Mittlere Bildungsabschluss

Wurden zehn Schuljahre durchlaufen und wurde die Leistung in allen Schulfächern anerkannt, erfolgt eine Gleichstellung mit dem Mittleren Bildungsabschluss.

Bei den Fächern handelt es sich thematisch um die gleichen, die bei einem Hauptschulabschluss üblich sind. Innerhalb einer bestimmten Zeit wird zudem mehr Schulstoff durchgenommen als an der Hauptschule.

Die Hochschulreife

Die Hochschulreife wird innerhalb von 13 Schuljahren erworben und qualifiziert für ein Studium an einer Universität. Die gelehrten Fächer sind denen des Haupt- und des Mittleren Bildungsabschlusses ähnlich, jedoch können weitere Fächer das System ergänzen. Darüber hinaus steigt der Anspruch der Lehrinhalte und es wird nochmals mehr Stoff innerhalb einer bestimmten Zeit vermittelt als in der Mittleren Reife.

Die Bestätigung einer bereits vorhandenen Hochschulreife nimmt übrigens die Anerkennungsstelle des Bundeslandes vor, in dem der Antragsteller wohnhaft ist, beziehungsweise in welchem die Ausbildung begonnen werden soll.

Das Ausbildungssystem in Deutschland

In Deutschland kann eine duale oder eine schulische Ausbildung absolviert werden. Die duale Lehre sieht sowohl theoretische Inhalte in der Schule vor sowie praktische Inhalte, die vor Ort im jeweiligen Betrieb gelehrt werden. In diesem Fall besteht ein Anspruch auf eine Vergütung, ähnlich wie bei einem regulären Arbeitsgehalt.

Die schulische Ausbildung basiert auf einer rein theoretischen Wissensvermittlung. Oftmals wird deshalb im Anschluss ein Betriebspraktikum abgeleistet.

Talente und Soft-Skills

Bereits vor Antritt der Ausbildung werden einige Kompetenzen vorausgesetzt, die je nach Bereich variieren. Im Kaufmännischen etwa ist ein Gespür für Zahlen gefragt, wer viel mit und für Menschen arbeitet, sollte ein Kommunikationstalent sein. Gute mündliche und schriftliche Deutschkenntnisse sind dabei unabdingbar. Zusätzlich wird häufig ein sicherer Umgang mit digitalen Medien verlangt, wie zum Beispiel die Verwendung von Computern und Standard-Software (zum Beispiel Microsoft Word, Excel, Powerpoint).